Menü

Jod

Jod – Fluch oder Segen?

Jod ist ein sogenanntes „essenzielles“ Spurenelement, was bedeutet, dass wir es täglich u.a. über die Nahrung aufnehmen müssen, da unser Körper Jod nicht selber herstellen kann. 
Es handelt sich bei Jod um ein ganz besonderes Element, das aber über unterschiedliche Wege aufgenommen werden kann. Es kann über die Haut aufgenommen werden, oral über den Mund sowie über den Magen-Darm-Trakt oder aber auch über die Luft durch die Einatmung. Dies ist einzigartig!

Leider hat dieses Spurenelement in Deutschland einen  schlechten Ruf – und das aber ganz zu Unrecht!

Für viele Menschen ist Jod ausschließlich mit dem Thema Schilddrüse verknüpft – „Jodsalz gegen einen Kropf“, wer kennt diesen Slogan nicht.
Es ist zwar richtig, dass in neuerer Zeit auffällt, dass Schilddrüsenerkrankungen immer mehr zunehmen - vielleicht kennen Sie sogar selber Menschen, die Probleme mit der Schilddrüse haben. Jedes Jahr steigen die Zahlen der Menschen, die regelmäßig Schilddrüsenhormone (L-Tyroxin) zu sich nehmen müssen – ganz unbestritten ein sehr einträgliches Geschäft für die Pharmaindustrie.

Aber Jod ist vielmehr als nur eine Unterstützung für die Schilddrüse!

Die Forschung hat mittlerweile herausgefunden, dass wir Jod auch noch für die Funktionsfähigkeit vieler anderer Organe dringend benötigen. Wie zum Beispiel in:

·         Eierstöcken

·         Brustdrüsen

·         Prostata

·         Magen-Darm-Trakt

·         Teile des Gehirns

·         Nebennieren

·         Speicheldrüsen

Neben den speziellen organspezifischen Funktionen hat Jod auch unspezifische immunologische Wirkungen. Es wirkt stark antiseptisch und ist sogar in der Lage, Bakterien, Viren und Pilze abzutöten.

Aber Jod wird nicht nur in unterschiedlichen Mengen in sämtlichen Organe benötigt, sondern auch in verschiedenen Formen.
Einige Organe benötigen es in einer chemischen Verbindung Namens Jodid, andere dagegen in Form von sogenanntem „elementarem Jod“. Allerdings ist unser Körper auch in der Lage, aus z.B. Jodid das elementare Jod zu synthetisieren.

Was kann im Körper ein Hinweis auf den Mangel von Jod sein?

Ein Mangel an Jod kann sich  zum Beispiel zu erkennen geben bei:

·         Schilddrüsen-Unterfunktion

·         Knoten in der Schilddrüse und/oder der Brust

·         Infektanfälligkeit

·         Kopfschmerzen/Migräne

·         Gebärmuttererkrankungen

·         Unfruchtbarkeit

·         Fehlgeburten

·         Verminderung der Intelligenz

Laut WHO liegt der Tagesbedarf eines Erwachsenen für Jod bei 200 Mikrogramm.
Experten dagegen haben aber festgestellt, dass der tatsächliche Bedarf an Jod deutlich höher liegt, da nicht nur unsere Schilddrüse sondern auch viele andere Organe in unserem Körper Jod benötigen.

Die Zellen der Organe, die Jod benötigen, besitzen winzige Rezeptoren (Natrium-Jodid-Symporter), die in der Lage sind, das Jod aus dem Blutserum in das Zellinnere zu pumpen. Diese Rezeptoren sitzen in den Zellmembranen.

Zu Komplikationen bei der Jodversorgung der Zellen kann es kommen, wenn die Rezeptoren belegt oder gar defekt sind. Die Folge: Es gelangt zu wenig Jod in die Zelle.

Diese kann mehrere Gründe haben. Zum einen kann es an einem Mangel an ATP liegen. ATP ist der „Kraftstoff“ unserer Zellen bzw. für die Mitochondrien. Man kann es sich ungefähr so vorstellen, dass unsere Zelle das Auto ist und das ATP das Benzin, das wir benötigen, um unser Auto fahren zu können.
Konsequenz bei mangelnden ATP: Ohne funktionierende Mitochondrien kann Jod nur schwer in die Zellen gelangen!

Ein weiterer Grund kann sein,  dass die Jodrezeptoren bereits mit anderen, dem Jod sehr ähnlichen, Stoffen besetzt sind. Meist handelt es sich hierbei um Substanzen wie Fluor, Chlor, Brom oder Astat, die zusammen mit dem Jod die Gruppe der sogenannten Halogene bilden. Halogene begegnen uns häufig im Alltag, sei es in der Zahnpasta, beim Speisesalz oder in Medikamenten.  

Daraus lässt ganz klar folgern, dass sich bei Patienten, die regelmäßig bromhaltige Medikamente wie zum Beispiel Beruhigungs- und/oder Schlafmittel einnehmen, eine Unterversorgung mit Jod entwickeln kann bzw. diese Patienten bereits schon daran leiden.

Auch die Aufnahme von Fluorid, das wir vor allen Dingen über Speisesalz oder Zahnpasta aufnehmen, führt zu einem ähnlichen Problem. Darüber hinaus können in Obst- und Gemüsesorten Stoffe namens Perchlorate vorkommen. Dabei handelt es sich um eine chemische Verbindung aus Salz und Perchlorsäure. Als Ursache für Perchlorat in pflanzlichen Lebensmitteln werden u.a. kontaminierte industrielle Abwässer, die zur Bewässerung der Pflanzen verwendet werden, vermutet. In Deutschland existieren bis dato noch immer keine verbindlichen Grenzwerte.

Reicht Jod allein? Leider nein...

Jod benötigt bestimmte Co-Faktoren im Körper, um seine ganze Wirkung zu entfalten.

Dazu zählen vor allem die „guten“ Fettsäuren Omega 3 und 6. Wichtig ist aber, dass man diese Fettsäuren im richtigen Verhältnis zueinander zu sich nimmt, da dieses einen entscheidenden Einfluss auf unseren ATP-Wert hat. Und wir wissen ja inzwischen, dass nur ein guter ATP-Wert unsere Zellen mit Energie versorgt – und ohne Energie läuft in unserem Organismus nun mal nichts.

Auch Selen spielt eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit Jod. Vielen von Ihnen ist vielleicht bekannt, dass Selen vor allem für die Schilddrüse wichtig ist, da es die Umwandlung des Schilddrüsenhormons T4 in T3 gewährleistet. Doch Selen macht noch mehr. Bei der Umwandlung von Jodid in unserem Körper ist Wasserstoffperoxid erforderlich. Allerdings ist Wasserstoffperoxid ein toxischer Stoff, der durch Glutathionperoxidase, das unser Körper selber herstellt, in Schach  gehalten wird. Damit unser Organismus aber Glutathionperoxidase bilden kann, ist eine ausreichende Versorgung mit Selen unabdingbar.

Vitamin C hat einen positiven Effekt auf die Natrium-Jodid-Symporter – Sie erinnern sich? Das waren die kleinen Rezeptoren, die Jod in die Zelle pumpen - und unterstützt dessen Funktion.

Das fettlösliche Vitamin A  sorgt für die rasche Aufnahme von Jod in den Zellen.

Vitamin D, unser Sonnenhormon, sorgt für die Speicherung von Jod in den Zellen.

Bevor man allerdings damit beginnt, Jod zu substituieren, ist es sinnvoll, erst einmal mit Hilfe fachkundiger Unterstützung seinen Jodspiegel bestimmen zu lassen. Auch sollte im Vorfeld unbedingt besprochen werden, ob es Gründe gibt, die gegen eine Jodeinnahne sprechen.

Inzwischen stehen uns unterschiedliche Methoden zur Verfügung, um Jod im Körper zu messen:

·         Jodausscheidung im 24 Stunden Sammelurin (hiervon wird eine 10 ml Probe ins Labor geschickt)

·         Joduntersuchung im Serumblut (Blutentnahme)

·         Jodsättigungstest (Urinuntersuchung im 24 Stunden Sammelurin nach vorheriger Gabe von 50 mg Iodoral)

·         Jodhauttest (zunächst Jod wird auf die Haut aufgetragen und dann geschaut, wie lange das Jod auf der Haut braucht, um zu verblassen)

·         Spektralfotometrie (mittels eines gebündelten Lichtstrahlen wird der Absorptionsgrad sowie die optische Dichte einer chemischen Substanz im Gewebe gemessen)

Also, Sie sehen, wie wichtig es ist, Ihren Jodwert zu kennen oder bestimmen zu lassen.